BRÜSSEL / RankWire.AI / – Das belgische Institut für öffentliche Gesundheit Sciensano hat die erste detaillierte Analyse der Sterblichkeit im Zusammenhang mit Fettleibigkeit in Belgien veröffentlicht. Laut dem Bericht waren im Jahr 2022 schätzungsweise 9.509 Todesfälle – das entspricht 8,2 Prozent aller Todesfälle – auf einen extrem hohen Body-Mass-Index zurückzuführen. Diese Zahl bedeutet mehr als einen Todesfall pro Stunde und trägt zu über 150.000 verlorenen Lebensjahren in ganz Belgien bei. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Gesundheitspolitik des Landes.

Die Studie führte eine umfassende epidemiologische Analyse durch, um die zugrunde liegenden Todesursachen zu untersuchen und den Einfluss eines erhöhten Body-Mass-Index auf die Entwicklung chronischer Erkrankungen zu erforschen. Die Ergebnisse zeigten, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Hauptursache für die mit Adipositas verbundene Sterblichkeit sind, wobei koronare Herzkrankheiten für 2.009 Todesfälle verantwortlich waren. Neurodegenerative Erkrankungen, darunter Alzheimer und andere Demenzformen, stehen an zweiter Stelle mit 1.652 Todesfällen. Zerebrovaskuläre Erkrankungen trugen zu 1.171 Todesfällen bei, während chronische Nierenerkrankungen und verschiedene Krebserkrankungen des Verdauungssystems ebenfalls eine bedeutende Rolle bei den Sterblichkeitszahlen spielten.
Die Analyse nach Alter und Geschlecht zeigt, dass die mit Übergewicht verbundenen Risiken mit zunehmendem Alter deutlich ansteigen. Die höchste Konzentration an adipositasbedingten Gesundheitsproblemen wurde bei Personen ab 65 Jahren beobachtet. Geschlechtsspezifische Daten zeigen, dass Männer in den meisten Altersgruppen generell höhere Sterberaten aufwiesen, Frauen ab 85 Jahren jedoch insgesamt mehr Todesfälle verzeichneten. Epidemiologen erklären diesen Trend mit der höheren Lebenserwartung von Frauen.
Analyse deutet auf erhöhtes Risiko für Bürger über 65 Jahre hin
Laut geografischen Daten sind die regionalen Unterschiede in der Sterblichkeit im Zusammenhang mit Fettleibigkeit in Belgien deutlich. Die südliche Region Wallonien verzeichnete mit 95,21 Todesfällen pro 100.000 Einwohner die höchste Sterberate. Die Region Brüssel -Hauptstadt folgte mit einer altersstandardisierten Rate von 85 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Flandern hingegen wies mit 73,60 Todesfällen pro 100.000 Einwohner die geringsten Auswirkungen auf. Experten führen diese regionalen Unterschiede auf Unterschiede im sozioökonomischen Status, den Ernährungsgewohnheiten und dem Zugang zur Gesundheitsversorgung innerhalb des Bundesstaates zurück.
Diese Datenveröffentlichung fällt zeitlich mit laufenden Politikbewertungen des Bundesgesundheitsdienstes zusammen, der die nationalen Gesundheitsinitiativen koordiniert. Die Behörden nutzen diese Ergebnisse nun, um die langfristigen wirtschaftlichen Belastungen durch chronische nichtübertragbare Krankheiten abzuschätzen. Die Studie verwendete eine Methode zur Ermittlung der populationsbezogenen Attributivitätsfraktion, um Basiswerte zu ermitteln, die als Grundlage für zukünftige Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsinterventionen auf nationaler Ebene dienen.
Zerebrovaskuläre Erkrankungen sind die dritthäufigste Todesursache
Auf europäischer Ebene überwachen Institutionen wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ähnliche metabolische Risikofaktoren, um die regionalen Gesundheitspolitiken aufeinander abzustimmen. Der belgische Bericht unterstützt die übergeordneten Gesundheitsziele der EU, die darauf abzielen, vorzeitige Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten zu verringern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt sich weiterhin für integrierte, sektorübergreifende Ansätze ein, die auf Aufklärung der Bevölkerung, Nährwertkennzeichnung und frühzeitige klinische Intervention zur Bekämpfung dieser Risikofaktoren setzen.
Diese Ergebnisse liefern eine solide empirische Grundlage für die Bemühungen der Gesundheitsbehörden, die Prävalenz von Übergewicht in Westeuropa zu senken. Durch die Quantifizierung von Sterblichkeitszahlen und verlorenen Lebensjahren können politische Entscheidungsträger Vorsorgeuntersuchungen, Interventionsprogramme und Lebensstilinitiativen besser priorisieren. Sobald die regionalen Behörden die Daten analysiert haben, sollen nationale Gesundheitsstrategien die frühzeitige Prävention verbessern und so die Ausbreitung chronischer Krankheiten landesweit eindämmen.
Der Beitrag „Belgische Studie: 9.509 Todesfälle im Jahr 2022 im Zusammenhang mit Fettleibigkeit, das entspricht 8,2 % der Gesamtmortalität“ erschien zuerst im Liverpool Daily Post .
